Nicht nur Länder und andere Kulturen haben ihre ganz speziellen sowie individuellen Sitten, Gebräuche und Riten – auch Yachten und andere Boote segeln unter der Einhaltung und Wahrung alter Bräuche. Besonders typisch im Rahmen der allgemeinen Segel- und Yachtgebräuche sind die Flaggenführung sowie explizite Höflichkeitsregeln.

In der Regel verwenden Yachten und Segelboote eine Vielzahl unterschiedlicher Flaggen. Diese stellen eine Art Symbolik dar und dienen der klassischen „Verständigung“ mit anderen seegehenden Yachten. Im Hinblick auf die jeweilige Flaggenführung können andere Boote einfach und leicht erkennen, um welche Nation es sich handelt, welchem Segelverein das jeweilige Boot angehört, etc. Einen genauen Überblick bzw. Erläuterungen erhält man, wenn man die Kurse für einen Segelschein besucht.

Demnach ist es üblich, dass seegehende Boote und Yachten folgende Flaggen führen und auch hissen:

  • die eigene Nationalflagge, welche an einem Flaggenstock am Heck des Segelbootes bzw. der Yacht angebracht wird. Die Flagge wird in der Regel so befestigt, dass sie von anderen Booten problemlos erkannt werden kann. Sie sollte demnach auch eine gewisse Größe aufweisen, um eine Sichtbarkeit zu gewährleisten. Auf See führt eine Ketsch oder Yawl die Nationalflagge im Topp des sogenannten Besanmastes. Ein Schiff mit Gaffelrigg hingegen führt die Nationalflagge an der Gaffel des achtersten Segels. Im Hinblick auf dieses Segel handelt es sich meistens um ein Großsegel oder Besansegel.
  • eine kleine Gastlandflagge, sofern das Boot bzw. die Yacht zurzeit im Ausland segelt. Diese wird meist unterhalb der Steuerbord-Saling angebracht.
  • den sogenannten Clubstander des eigenen Segelvereins. Dieser Clubstander wird im Masttopp des Großmastes oder auch oftmals unterhalb der Backbord-Saling befestigt.
  • gegebenfalls Signalflaggen, sofern vorhanden. Diese werden in der Regel unter der Backbord-Saling angebracht. Sind Sie im aktiven Zustand, d.h. die Signalfallen sollen einen gewünschten Umstand signalisieren, so geschieht dies ohne Clubstander.
  • die einzelnen Nationalflaggen der Heimatländer der Crewmitglieder. Das Anbringen dieser Flaggen geschieht eher selten – beispielsweise um die Crewmitglieder achtungsvoll zu ehren; sollten sie dennoch gehisst werden, dann unterhalb der Backbord-Saling.

Was den Clubstander betrifft, so sei diesbezüglich erwähnt, dass dieser Tag und Nacht an seinem Platz vorhanden ist. Jene Yachtsegler, die unter der Einhaltung besonderer Traditionen segeln, folgen der Regel, die National- und Gastflagge am Morgen zu hissen und sie am Abend wieder einzuholen.

Was auf See eigentlich gar nicht so üblich erscheint, ist dennoch zu einer festen Regel geworden – nämlich das Einhalten bestimmter Höflichkeitsregeln. Eine davon ist beispielsweise, dass Gastyachten, die in einen Hafen einlaufen, seitens der Einheimischen ein passender Liegeplatz angeboten wird. Beim Anlegen bieten die Einheimischen zudem ihre Hilfe an und zeigen dem Gastschiff, dass es herzlich willkommen ist.