Das Fahrtensegeln bezeichnet in der Regel mehrtägige und längere Fahrten mit einem Segelboot. Dabei wird von einem Starthafen abgelegt und der vorab definierte Zielhafen angesteuert. Wir sprechen hierbei von einem sogenannten Segeltörn, der sportlich mehr oder weniger anspruchsvoll sein kann. Im Mittelpunkt des Fahrtensegelns stehen aber immer der Spaß sowie die Lust am Segeln; es handelt sich also diesbezüglich um keinen Wettkampf mit anderen Booten.

Das Fahrtensegeln ist eine äußerst vielseitige Variante des Segelns und umfasst in dieser Hinsicht unterschiedliche Spektren und Arten. Demnach findet Fahrtensegeln in Form kurzer Tagestörns bis hin zu mehreren Jahren im Sinne einer umfassenden Weltumsegelung statt. Dabei besticht das Fahrtensegeln durch die Möglichkeit des intensiven Erlebens und Genießens der faszinierenden Natur sowie vor allem durch die spezielle Herausforderung, sich mit den eigenen Kräften zu messen und diese im Rahmen des jeweiligen Törns bestmöglich für sich selbst zu nutzen. Erforderlich hierfür sind eine äußerst ausgeprägte Konzentration sowie eine starke Ausdauer, den Segeltörn über mehrere Tage hinweg durchzuhalten. Dies bewirkt bei vielen Seglern schon nach kurzer Zeit einen einzigartigen und relax-reichen Erholungs- und Entspannungseffekt vom stressigen Alltag.

Wer denkt, Regatta- und Fahrtensegeln sei ein und dasselbe, der irrt. Genau genommen ist der explizite Unterschied zwischen Regatta- und Fahrtensegeln auch im Hinblick auf die jeweilige Ausrüstung von Fahrtenyachten und -kreuzern ersichtlich. Sogenannte Regattayachten zeichnen sich nur durch einen sehr eingeschränkten Wohnkomfort aus; der Grund hierfür liegt am Gewicht, wodurch Zusatzgeräte das Regattaboot zu schwer belasten würden. Bei sogenannten Charteryachten hingegen gehören Anker, Kochgelegenheit, Kühlschrank und Bordtoilette zum klassischen und auch in jeder Hinsicht üblichen Ausstattungsrepertoire. Charteryachten dienen der ganzheitlichen Erholung und Entspannung und können gewöhnlich für spezielle Relax-Törns von einem Tag bis hin zu mehreren Wochen gemietet werden.

Unterzieht man Tages- und Wochentörns einer genaueren Betrachtung, so wird deutlich, dass es sich bei einem Tagestörn in der Regel um eine einfache Rundfahrt handelt, die stets im selben Hafen beginnt und dort auch wieder endet. Der Typ des jeweiligen Segelboots ist hierbei von keiner Bedeutung, was heißt, dass auch mit einer Jolle ohne festen Aufbau ein Tagestörn unternommen werden kann. Dauert ein Törn länger als einen Tag, so ist abzuwägen, ob die einzelnen Tagesetappen so gewählt werden können, dass jeden Abend ein Hafen angefahren werden kann, oder ob während der Nacht durchgesegelt werden muss, bis am nächsten Tag der nächstgelegene Hafen erreicht wird. Bezüglich des ersten Falles sei festgehalten, dass sich hierbei ein Mehrtagestörn nicht explizit von einem einfachen Tagestörn unterscheidet – einzig und allein der höhere Bedarf an Ausstattung, Trinkwasser, Verpflegung, etc. muss berücksichtigt werden. Was das Segeln während der Nacht betrifft, so werden hierbei profunde und weitaus mehr Kenntnisse, Fähigkeiten und Ausrüstung vorausgesetzt bzw. benötigt.